Bockhuf bei Fohlen

In hochgradigen Fällen wird der Bockhufschuh Typ B mit paralleler Sohle eingesetzt. Zusätzlich muss der Keil zur Klebung unter die Trachten mit Schrauben am Fohlenschuh fixiert werden. Diese anfängliche Trachtenerhöhung ermöglicht eine vollständige Belastung des gesamten Hufes und vermindert den Zug der tiefen Beugesehne. Der Aufhängeapparat des Hufbeines wird entlastet und die Gefahr einer Hufrehe mit einer Hufbeinrotation deutlich eingeschränkt. Der Keil wird nun täglich etwa 2 mm an den Trachten abgeraspelt, bis er schließlich ganz abgenommen wird. Dadurch erreicht man eine sehr schonende Streckung des Hufgelenkes. Zur weiteren Streckung des Hufgelenkes und in weniger ausgeprägten Fällen der Bockhufstellung, wird der Bockhufschuh Typ BK mit konischer Sohle geklebt. Die vorstehende Schuhplatte verlängert die Zehe um etwa 1 cm. Das reicht für die mechanische und orthopädische Wirkung der Bockhufschuhe.
Die Hufschuhe sollten nicht länger als 3 Wochen am Huf belassen bleiben, damit sich die Fohlenhufe nicht zu sehr einengen. In der Regel ist eine korrekte Hufstellung nach 6 bis 8 Wochen erreicht. Sobald die Fohlen wieder plan fußen, werden nur noch die Trachten regelmäßig gekürzt. Bei Fohlen, bei denen nach 2 Klebeperioden keine deutliche Besserung zu erkennen oder röntgenologisch eine Rotation des Hufbeines festzustellen ist, ist die Indikation für chirurgische Maßnahmen gegeben.
Das Krankheitsbild des Bockhufes beschreibt eine erworbene Steilstellung der Vorderwand der Hufkapsel mit einem Winkel von über 60° zum Boden und einer Beugestellung im Hufgelenk. |