Hornsäule

Die Hornsäule ist eine von der Krone bis zum Tragerand reichende, umschriebene Hornzubildung an der Innenfläche der Hornwand.
Als Ursachen einer derartigen abnormen Hornbildung kommen Verletzungen oder Reizungen der Kron- oder Wandlederhaut durch Kronentritte oder Vernagelung in Frage. Hornsäulen können auch in der Umgebung von durch- dringenden Horndefekten (Hornspalt, Hornkluft, lose und hohle Wand, von der weißen Linie aufgestiegenen Fäulnisprozessen oder am Kronsaum durchgebrochenen Abszessen) entstehen. Wiederholter Druck auf die Huflederhaut im Bereich der Zehenkappe des Hufeisens kann zu einer Hornschwielenbildung führen.
Bei der Behandlung der Hornsäule muss man unterscheiden, ob sie Lahmheitsursache ist oder nicht.
Hornsäulen ohne Lahmheit, die als Zufallsbefund beim Ausschneiden entdeckt werden, bedürfen keiner operativen Behandlung. Lokal sind das Freischneiden vom Tragerand und eine Jodoformätherbehandlung als fäulnisbekämpfende Maßnahme erforderlich.
Alle Hornsäulen, die mit einer Lahmheit verbunden sind, müssen operativ unter Narkose vom Tierarzt versorgt werden.
Da bei dieser Operation die Aufhängung des Hufbeines in der Hufkapsel oft beschädigt wird, muss in jedem Fall der Hufmechanismus durch einen geeigneten Hufschutz ausgeschaltet werden.
Zur therapeutischen Versorgung kann ein DALLMER Cuff mit paralleler oder keilförmiger Sohlenplatte und entsprechender fester Einlage eingesetzt werden. Die Schuhwand wirkt wie ein Druckverband stabilisierend auf die getrennten Wandabschnitte des Hufs. Der freigelegte Wandabschnitt ist in jedem Fall mit Watte- oder Gazetampons auszufüllen und mit Klebeband zu fixieren, um ein Quellen und Wuchern der angrenzenden gesunden Lederhaut zu verhindern.
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